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Vielfalt kommunizieren und leben

Inhalt

Die Themen des Trainings beziehen sich einerseits auf die Theorie und Geschichte des „Diversity Konzeptes“ und andererseits auf die Anwendung im beruflichen (privaten) Alltag. Da „Diversity“ im deutschen Sprachraum als Vielfalt übersetzt wird, die in unseren beruflichen Kontexten seit der Globalisierung in den 1990er Jahren immer mehr das Miteinander beeinflusst, wird im Training auf die unterschiedlichen Situationen, die von den Teilnehmenden als konfliktreich kommentiert werden, eingegangen, reflektiert und Lösungsansätze konzipiert. Nicht nur die Globalisierung der Wirtschaft, welche interkulturelle Auseinandersetzungen im Berufsleben mit sich gebracht hat ist bei Diversity Thema sondern auch unterschiedliche Zielgruppen oder Zusammenhänge, die jeder/m von uns im Alltag als „fremd“ (außerhalb einer bestimmenden Norm) begegnen. Für einen lösungsorientierten Umgang wird sowohl die Grundhaltung von einem selbst als auch die Situation mit dem sogenannten „fremden“ Vis a Vis reflektiert und bewusst gemacht. Im Zentrum der Auseinandersetzung mit „Diversity Management“ steht das respektvolle Gestalten der Situation. Das heißt, dass von gleichwertigen Perspektiven der Betroffenen ausgegangen wird, egal wie wir das Verhalten oder die Umstände interpretieren.

Diese Haltung setzt folgendes Wissen voraus:

*) Verhaltensweisen sind unterschiedlich motiviert und nie einheitlich zu interpretieren.

*) Erfahrungen prägen den individuellen sozialen Umgang.

*) Sprache wirkt einerseits als verbindendes andererseits als trennendes Medium.

*) Soziale Werte werden über unsere Herkunft (familiär im weitesten Sinne, ethnisch) und in den Gesellschaften in denen wir uns existenziell – also überwiegend – in unserem Leben aufhalten konstruiert.

Der Umgang mit diversitätsbezogenen Situationen braucht:

*) Wahrung der eigenen Grenzen und denen des „Anderen“ – „was ist für mich noch „ok“ und was nicht mehr“.

*) Prinzipielle Bereitschaft zu kommunizieren.

*) Interesse an der Perspektive des Vis a Vis.

*) Mut Fragen zu stellen, die eine informative Antwort zulassen – also sogenannte „offene Fragen“ (warum?, wieso? Usw.)

*) „Ich“ – Botschaften senden: die eigene Meinung als eigene Meinung sichtbar zu kommunizieren.

*) Lösungsvarianten suchen, die die formalen Rahmenbedingungen und individuelle Grenzen aller Beteiligten miteinbeziehen.

Beispiel: Eine teilnehmende Person erzählte eine Situation zwischen einem/er TrainerIn, die/der ein scheinbar disziplinäres Problem mit einer teilnehmenden Person im Unterricht hatte: die/der TeilnehmerIn drehte während des Unterrichtes der/dem Vortragenden immer wieder den Rücken zu und rutschte unruhig auf dem Sessel herum. Die Interpretation der/des Trainerin/Trainers war: „Er/Sie interessiert sich nicht für meinen Unterricht und das was ich ihm/ihr vermitteln will.“ Weiters war das Verhalten störend für den Rest der Gruppe. Der Groll stieg und die Atmosphäre wurde immer schlechter ohne dass das Problem angesprochen wurde. Schließlich wandte sich der/die TrainerIn an die Projektleitung mit dem Ansuchen, dass der/die betroffene/r TeilnehmerIn aus dem Kurs genommen wird.

Intervention: Die Projektleitung ersuchte den/die TrainerIn ein respektvolles und „offenes Wort“ mit der betroffenen Person zu führen und das eigene Anliegen anzusprechen. Danach wurde ein Gespräch der Projektleitung mit dem/der TeilnehmerIn gesucht, um einerseits die Rahmenbedingungen der Maßnahme zu vermitteln und andererseits die Perspektive der/des Teilnehmerin/Teilnehmers einzuholen.

Folgende Ursachen für das irritierende Verhalten der teilnehmenden Person und die Reaktion des/der Trainers/Trainerin stellten sich heraus: Aufgrund der Sprachbarriere konnte der/die TeilnehmerIn den Anweisungen der/des Trainerin/Trainers nicht folgen. Die darauf folgenden Verhaltensweisen werden in unserer Gesellschaft als Desinteresse interpretiert und nicht als dem Gesagten „Nicht-Folgen-Können“.

Ergebnis der Intervention: Beide Seiten lernten die „fremde“ Perspektive zu verstehen und es konnte gemeinsam eine passende Vorgehensweise im Unterricht gefunden werden.

Fazit: Diversity Management zeigt uns, dass wir mit all unseren unterschiedlichen Perspektiven Vielfalt erfahren und leben können.

 

Zeitrahmen:
16 Stunden – 2 Tage

nächster Termin: Dienstag 9. und Mittwoch 10. Juni 2015

Anmeldeschluss: 26. Mai 2015

Anmeldeformular

Kursdauer: an beiden Tagen von 9:00 bis 17:30 Uhr

Kosten: 260.- Euro

Ort: 1050 Wien

Abschlüsse: Teilnahmebestätigung

Anzahl der TeilnehmerInnen: mind.5 max.8